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CCR 2025 – Von Allgäu, Stau und langen Armen

veröffentlicht am Mo., 15.09.2025
geschrieben von Alexander Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2025
08.
Aug.
2025
10.
Aug.
Vom 08. Aug. 2025 bis 10. Aug. 2025

Bereits zum vierten Mal nahmen wir im August 2025 an der Classic Corvette Rallye teil. Zwar war der Austragungsort ähnlich gelegen wir bei der für uns ersten CCR und dennoch waren sowohl die Unterkunft als auch das gesamte Programm komplett anders. Gleich war im Grunde nur der Großteil des Teilnehmerfeldes und das war letztlich auch wirklich schön.

Zum vierten Mal stand am zweiten August-Wochenende die Classic Corvette Rallye vor der Tür. Bereits dreimal haben wir teilgenommen. Als zum Jahreswechsel 24/25 die E-Mail mit den Anmeldeinformationen im Postfach landete gab es keine Frage, wir wollten wieder dabei sein. Sofort haben wir die Anmeldung abgeschickt und schon sieben Monate im Voraus freuten wir uns auf das Wochenende.

In diesem Jahr stand das Allgäu als Austragungsort fest. Bereits die für uns erste CCR im August 2022 fand im Allgäu statt, genauer gesagt lag das Hotel in Sonthofen. Dieses mal war der Treffpunkt und Ort für die Übernachtung sowie Start/Ziel der Rallye am Samstag das flax allgäu, direkt neben der Autobahn bei Dietmannsried gelegen.

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Frisch gewaschene Corvette C3
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Frisch gewaschene Corvette C3

Anreise - wie spannend

Schon am Donnerstag Nachmittag bereitete ich mich und die Corvette optimal auf das bevorstehende Wochenende vor. Das Auto wurde noch einmal gewaschen und war damit wieder vorzeigbar.

Am Freitag den 8. August hieß es dann die Fahrt nach Südosten anzutreten. Jetzt mag man sich fragen, ob wir einfach zu dämlich sind und durch Unbelehrbarkeit grundsätzlich den gleichen Fehler machen, oder ob wir einfach zu gutgläubig sind und es jedes Mal wieder aufs Neue versuchen. Auch in diesem Jahr wählten wir die Autobahn. Insgesamt nur rund 180 Kilometer Strecke, davon im Prinzip alles wunderbar über Autobahn oder Bundesstraße zu fahren. Erst die A8, dann die B10 mit direktem Übergang in die B28 und schließlich die A7 bis zum Ziel in Dietmannsried.

Natürlich standen wir wieder im Stau. Hinter Aichelberg am Albaufstieg wollten wieder alle auf der linken Spur fahren und kamen am Ende nicht den Berg hoch. Bevor es überhaupt richtig aufwärts ging staute es sich bereits. Als dann die Steigung mit dem zweispurigen Abschnitt begann, war auf der rechten Spur nahezu alles frei doch links ging es nur extrem zäh voran.

Wie schon in den Jahren zuvor war es am Freitag richtig warm. Darüber waren wir im Grunde hocherfreut. In den Wochen zuvor hatte es richtig viel geregnet und es war für Sommer einfach zu frisch. Außerdem wurde wenige Tage vor der CCR vom Wetterbericht noch unglaublich viel Regen für Dietmannsried und Umgebung vorausgesagt, so dass wir Bedenken hatten, die Tage im strömenden Regen verbringen zu müssen. Zur Freude aller steigen die Temperaturen wieder an - zu sehr sogar, irgendwie ist man nie zufrieden - und es blieb trocken.

Verwirrte Navigation

Seit gut zwei Jahren nutzen wir zur Navigation und Routenplanung die App Scenic. Eigentlich eine Navigations-App für Motorradfahrer, doch warum sollte das nicht auch gut für Autos funktionieren, dachte ich damals nach dem Test zahlreicher Navigations-Apps. Scenic kristallisierte sich als Favorit heraus und wir sind damit äußerst zufrieden. Mit der Zeit gab es viele Verbesserungen und zwischendurch auch grundlegende Änderungen an der App. All das führte auch dazu, dass ich in das Betaprogramm kam und somit stets Zugriff auf die aktuellste Entwicklerversion habe und testen kann. Das sorgt immer mal für einige kuriose Verhaltensformen.

So kam es beispielsweise während der Navigation zum Hotel der diesjährigen Classic Corvette Rallye zu einer echt verwirrenden Fehlfunktion. Kurz vor dem Ziel hatte ich einen Zwischenstopp an einer Tankstelle gesetzt. Statt nun korrekt den Weg zu diesem Zwischenstopp zu zeigen entschied sich die Navigation einfach immer weiter zu fahren. Bis zu einem Punkt, irgendwo zirka zwanzig Kilometer entfernt von der Tankstelle, an dem wir hätten wenden sollen um im Anschluss wieder zurück zu fahren.

Ich wunderte mich, dass die Tankstelle offenbar so weit weg vom Hotel sein sollte, was einfach nicht mit meiner Erinnerung der an die Route übereinstimmte. Wir hielten als kurz an, schauten uns die Karte genauer an und stellten fest, dass wir bereits vor einer ganzen Weile an der Tankstelle vorbeigekommen sind, da diese jedoch abseits der Straße lag, auch nicht von uns gesehen wurde. Wir kehrten also kurzerhand um, wählten den direktesten Weg zur Tankstelle, stillten den Durst der Corvette und begaben uns schließlich zum Hotel. Das ganze war ein überschaubarer Umweg von etwa acht Kilometern, das Navigationsverhalten ließ uns dennoch ein wenig grübeln und gleichzeitig schmunzeln.

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Corvetten im Parkhaus
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Corvetten im Parkhaus

Am Hotel angekommen standen bereits eine ganze Reihe von Autos im Parkhaus. Wieder waren wir entzückt von diesem genialen Anblick. Es ist jedes Jahr das gleiche. Der Parkplatz mit Corvetten der Generationen C1 bis C3 ist ein fantastischer Anblick der stets neu begeistern kann.

So wie auch 2023 und 2024 hatte sich Elvira dazu bereit erklärt, Fotos während des gesamten Wochenendes zu schießen. Das Ergebnis sind jedes Mal fantastische Aufnahmen sowohl vom Beisammensein der Teilnehmer als auch der Rallye. Kurz nachdem wir unser Auto geparkt, das Gepäck ausgeladen sowie das Verdeck geschlossen hatten, lief sie uns auch schon über den Weg und war gerade dabei Bilder zu machen.

Glück gehabt

Sie selbst hatte kurz zuvor mit Roma eine beängstigende, glücklicherweise jedoch glimpflich ausgegangene Situation erlebt. Auf einer Straße unweit vom Hotel kam den beiden in einer Kurve ein überholendes Fahrzeug entgegen. Roma konnte durch hervorragende Reflexe auf einen Bereich abseits der Straße ausweichen der genug Auslauffläche bot, so dass die Corvette unbeschädigt blieb und auch keinem Verkehrsteilnehmer etwas passierte.

Es zeigt sich wieder, dass Überholen an unübersichtlichen Stellen einfach absolut unangebracht und unüberlegt ist. Alle Teilnehmer der CCR waren froh, dass niemandem etwas passiert ist und das auch das Auto heil blieb.

Der Rest des Nachmittags und Abends verlief ähnlich wie in den letzten Jahren. Ein paar wenige Neulinge waren dabei, diese wurden vorgestellt und es gab ein nettes Beisammensein mit Austausch von Erlebnissen die im letzten Jahr gemacht wurden. Die letzten Teilnehmer trafen an diesem Freitag erst gegen 22 Uhr ein, doch der Rest hatte bereits einen wunderbaren Abend.

Los geht's

Am Samstag Morgen wurden das Roadbook sowie der Fragenkatalog ausgeteilt. Anders als in den Jahren zuvor konnten wir uns also nicht vorab mit den Besonderheiten der Rallye vertraut machen. Zudem stand eine Herausforderung auf dem Programm, die vielen Teilnehmern und insbesondere den Navigierenden Bauchschmerzen bereitete.

Die erste Aufgabe befasst sich mit dem Ertasten von Gegenständen in einem Sack. Wir durften nicht in den Sack hineinschauen, doch mit den Händen ließ sich ganz gut fühlen, um was es sich handelte. Prüfung absolviert, also konnte es richtig losgehen.

Bei herrlichem Sonnenschein wurde um etwa halb zehn der Motor gestartet und wir fuhren zusammen mit drei weiteren Autos gemeinsam los. Es war ein Genuss, die Sonne auf unser Haupt scheinen zu lassen und dabei vorausfahrend stets das Heck anderer Corvetten zu sehen.

Das Kloster Ottobeuren

Der erste Zwischenstopp mit ein wenig Aufenthaltszeit und ohne eine fahrerische Aufgabe war an der Benediktinerabtei in Ottobeuren. Wir parkten die Autos auf dem Parkplatz direkt neben der Kirche und gingen gemeinsam rein. Ein schönes Bauwerk, dessen Ursprung im Jahr 764 liegt. Natürlich nicht in der heutigen Form und doch zeigt es auf beeindruckende Weise, was der Mensch schon vor Jahrhunderten in der Lage war zu erschaffen und das mit deutlich einfacheren Mitteln als den heute zur Verfügung stehenden.

Slalom mit verbundenen Augen

Das nächste Ziel waren die zweite und dritte Fahrerprüfung. Wir bereits angedeutet, haben wir am Vorabend erfahren, dass es eine Aufgabe geben wird, die Blindfahren beinhaltet.

Ohje, die Corvette mit verbundenen Augen fahren und dabei auf Anweisungen von jemand anderem reagieren?

Als wir also an besagtem Prüfungsplatz ankamen waren gerade zwei Teams fertig mit der Aufgabe und es wurde diskutiert, wie es weitergehen soll. Irgendwie waren sich die Prüfer nicht sicher, ob der gewählte Platz und die Teilnehmer zusammen funktionieren könnten. Recht nah am Slalomparcours waren sowohl ein Zaun als auch auf der anderen Seite in regelmäßigen Abständen große Laternenmasten. Dieser Umstand verunsicherte sowohl die Teilnehmer als auch das Prüfungskommitee. Das Ergebnis war, die Prüfung wurde abgebrochen und als zu riskant eingestuft.

Einerseits hätte ich diese Herausforderung gern gemacht. Auf der anderen Seite konnte ich Birgits Erleicherung verstehen, hatte sie doch ebenso große Angst, anhand einer falschen Anweisung oder eines Fehlers meinerseits das Auto zu beschädigen.

So sehr man es also auch bedauern mag, dass diese Aufgabe vorzeitig ein Ende fand und selbst wenn auf anderen Veranstaltungen ähnliches erfolgreich durchgeführt wurde, die Verantwortung möchte letztlich wirklich niemand tragen, dass etwas beschädigt wird.

Ein verlängerter Arm und das Auto immer in Bewegung

Auf dem gleichen Platz gab es die dritte Aufgabe. Hierbei ging es um das Aufheben von kleinen Säckchen. Es lagen in einem Abstand von etwa zehn Metern jeweils fünf Säcke beisammen auf dem Boden und diese mussten vom Beifahrer aufgehoben werden. Mag zunächst banal klingen, doch Aufgehoben wurde mit einem langen Greifarm unter der Voraussetzung, dass das Auto niemals zum Stehen kommt.

Um überhaupt so weit aus dem Auto rausreichen zu können, dass etwas auf dem Boden liegendes aufgehoben werden kann, musste sich Birgit also ordentlich weit aus dem Auto lehnen. Vorteil für alle Cabriofahrer, es gibt kein Dach, welches die Bewegungsfreiheit einschränkt. Nachteil hingegen für alle Fahrer die ein Auto mit Schaltgetrieben bewegen, denn die Kupplung ist stramm und ein nahezu 60 Jahre altes Auto fährt nicht so smooth wie ein modernes. Auch wir zählen zu den Fahrern einer Corvette mit Schaltgetrieben und es gelang uns in Teamarbeit eine hervorragende Leistung hinzulegen. Wir schnitten richtig gut bei dieser Prüfung ab.

Automuseum der besonderen Art

Jetzt hieß es weiterfahren und Aufgaben die mit Beobachtungen am Streckenrand verbunden waren zu lösen bevor wir zum Renault Alpine Tuner Kern kommen sollten. Wir fuhren über wenig befahrene Landstraßen und kamen in Rettenbach an. Der kleine Parkplatz vor einem der beiden Showrooms war bereits ziemlich voll, doch wir fanden noch eine Ecke und stellten das Auto ab.

Hier konnten wir nach Absprache mit den Besitzern die Sammlung anschauen. Diese umfasst neben Renault Alpine Fahrzeugen aus der gesamten Geschichte des französischen Tuners auch einige weitere Raritäten die das Herz von Autoenthusiasten höher schlagen lässt. Eine echte Kuriosität stellt ein Nachbau des Ghostbusters-Mobils dar, das sogar mit originalem Sirenensound und Anbauten versehen ist.

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Mittag mit Blick auf das Schloss Neuschwanstein

Das nächste Ziel war die Mittagspause im Schlossbrauhaus Schwangau nahe Füssen mit Blick auf das Schloss Neuschwanstein. Weil der normale Parkplatz bereits voll belegt war mussten wir auf der Wiese parken. Im Biergarten war dementsprechend viel los, doch hier konnten wir uns ein wenig ausruhen, etwas essen und trinken sowie auf den letzten Teil der Rallye vorbereiten. 

Ungeplant auf bekannten Pfaden wandeln

Nachdem wir satt und nicht mehr gar so durstig waren hieß es in den zweiten Teil der Rally zu starten. Der Weg führte uns durch Füssen und leider in einen richtig miesen Stau in Richtung Reutte (Österreich). Wir verbrachten gute dreißig Minuten damit, uns nur etwa fünfhundert Meter vorwärts zu bewegen. Irgendwann hatten wir die Nase voll und trafen zusammen mit Bill und Christine die Entscheidung einen alternativen Weg zu fahren. Übrigens waren die beiden auf der CCR 2024 im Baar-Heuberg Kreis zum ersten Mal dabei und fuhren statt ihrer silbernen C2 einen "Ersatzoldtimer", einen wunderschönen dunkelgrünen Jaguar E-Type.

Damit verzichteten wir zwar auf den wunderbaren Gaichtpass, doch zugleich fuhren wir durch ein idyllisches, grünes Stück Natur in Richtung Tannheimer Tal. Als wir hier ankamen weckte das sofort Erinnerungen an unseren Roadtrip über 16 Alpenpässe im letzten Jahr. Ein traumhaftes Tal im österreichischen Alpenvorland.

Nachdem wir also zunächst die Alternative Route wählten, damit natürlich auch auf ein paar Antworten auf Fragen rund um die offizielle Strecke verzichten mussten, kamen wir schließlich auch wieder auf den richtigen Weg. Am Hotel Via Salina bogen Bill und Christine ab, um ein paar Freunde zu besuchen, so dass wir den weiteren Weg allein zurücklegten.

Doch auch wenn wir damit noch einige Kilometer allein zurücklegten boten sich auf der Strecke noch einige weitere spektakuläre Ausblicke und Möglichkeiten kurze Pausen einzulegen um die Schönheit der Natur zu genießen. Als wir gegen 17 Uhr wieder am Hotel eintrafen wartete noch eine letzte Aufgabe auf uns. Wir mussten einen Fahrschulfragebogen ausfüllen und bekamen auch dafür Punkte.

Damit näherte sich der Samstag auch seinem Ende. Im Rahmen des offiziellen Programms stand lediglich noch die Siegerehrung bevor. Im Anschluss gab es Essen und Livemusik. Die Zeit verfliegt an solch einem Tag wie im Flug und so schön das ganze auch ist, es strengt auch ein wenig an, so dass wir uns am späten Abend auch sehr auf unser Bett freuten.

Heimreise mit Zwischenstopp in Zwiefalten

Am Sonntag Morgen frühstückten wir noch in aller Ruhe und machten dann die Runde, um uns von allen anderen zu verabschieden. Die Erfahrung vom Freitag führte einstimmig zwischen Birgit und mir zur Entscheidung, über Land heimwärts zu fahren. Als Zwischenstopp fassten wir den Ort Zwiefalten ins Auge. Hier tranken wir ein alkholfreie Engele Bier im Zwiefalter Brauhaus und besichtigten das Kloster Zwiefalten, eine ehemalige Benediktinerabtei.

Der Rückweg über Landstraßen war eine super Entscheidung. Gutes Wetter, schöne Landschaften, keine Staus. Die Rückfahrt verlief reibungslos und war ein wunderbarer Abschluss für ein erneut wirklich gelungenes Wochenende. Wir freuen uns auf das nächste Jahr und sind gespannt, wohin uns das Orgateam im Zuge der CCR 2026 lotsen wird.

Die Classic Corvette Rallye

Jedes Jahr am zweiten August Wochenende findet die Classic Corvette Rallye statt. Eine Veranstaltung die nur für Fahrzeuge der ersten, zweiten und dritten Corvette Generation freigegeben ist.

Die Anmeldung startet in der Regel zum Jahreswechsel. Neue Teilnehmer sind stets willkommen, doch schnell sein ist wichtig. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung findet ihr auf der offiziellen Webseite, die im Anschluss verlinkt ist.

Classic Corvette Rallye Webseite

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