Direkt zum Inhalt

Ein Wochenende als Saisonabschluss über die Schwäbische Alb und durch den Schwarzwald

veröffentlicht am Sa., 28.10.2023
geschrieben von Birgit Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2023
30.
Sep.
2023
01.
Okt.
Vom 30. Sep. 2023 bis 01. Okt. 2023

Die Abschlusstour unserer Corvette-Saison für 2023 sollte einige besondere Highlights beinhalten. Alex plante im Vorfeld genau, die Frühjahrsfahrt hatte uns einiges gelehrt, im positiven, wie im negativen Sinne!

Diese Fahrt sollte über die Schwäbische Alb in den Schwarzwald führen und sorgte erneut für viele schöne Erinnerungen und Ideen für weitere Ausflüge.

Samstag - Tag 1

Gestartet sind wir bei bestem Spätsommerwetter gleich mit offenem Verdeck. Der Weg ging durch den Schönbuch, über Neuffen nach Bad Urach. Der berühmte Uracher Wasserfall war unser erstes Ziel.

Durch den malerischen und idyllischen Wald wanderten wir in Richtung Wasserfälle, die Versuchung bis zur Burgruine Hohenurach weiter zu wandern, war groß, leider hätte das unseren Zeitrahmen gesprengt. An einem kleine Kiosk machten wir unsere erste Rast und nach einem Blick auf die Speisekarte fand ich es sehr schade, dass wir Proviant dabei hatten, der natürlich zuerst verspeist werden musste. Die Rücktour durch das grüne Brühlbachtal hat uns auch sehr begeistert. 

Weiter ging es über St. Johann auf der schwäbischen Alb und Gomadingen nach Sigmaringen. Der Weg vom Parkplatz in die Innenstadt hat uns gut gefallen, er führte durch eine Parklandschaft an einem See vorbei über die Donau.

Mit einem köstlichen Stück Hohenzollerntorte gestärkt, haben wir anschließend das Schloss in Angriff genommen.

Die Rezensionen dazu sind recht unterschiedlich, sodass wir sehr gespannt waren was uns erwartet. Die imposante Größe der Anlage, im Gegensatz zum kleinen Städtchen, hat uns wirklich überrascht. Der romantische Innenhof, die Marmortreppe und die reich verzierten Zimmer beeindruckten uns. Das Jagdzimmer mit hunderten Geweihen hat mich als Hirschfan besonders entzückt. Von dort führte eine Wendeltreppe in den Keller, in dem die Waffensammlung des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern ausgestellt ist. Die über 3000 Exponate reichen vom 14. bis zum 20. Jh. und auch wenn wir eigentlich eine pazifistische Grundeinstellung pflegen, sind wir dennoch ins Staunen geraten. Insgesamt hat das Schloß einen herrlichen Eindruck hinterlassen.

Durch das Städtchen Sigmaringen sind wir noch rund um das Hohenzollernschloss gelaufen und haben sehr schöne Fotos aus unterschiedlichsten Perspektiven gemacht.

Entlang der Donau fuhren wir Richtung Beuron, das zauberhafte Donautal mit den bewaldeten Felsformationen war atemberaubend schön. Die imposanten, natürlichen Felsentore, sowie die Burgen und Siedlungen zu beiden Seiten des Tals haben unsere Weiterfahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Am eindrucksvollen Kloster Beuron vorbei, ging es nach Trossingen, unserem Tagesziel. 

Die Stadt mit ca 17.500 Einwohnern entwickelte sich ab 1830 zur Musikstadt mit mehreren Unternehmen die Instrumente herstellten. Durch die  Hohner AG wurde Trossingen weltberühmt für die Herstellung von Mundharmonikas und Akkordeons. Dies war der wirtschaftliche Hauptzweig der Stadt bis zum 2. Weltkrieg. Nach 1949 brach dieser Wirtschaftsbereich ein, Teile der Firma wurde abgerissen und neue Gelände am Stadtrand gebaut. Doch einige der alten Industriegebäude in der Innenstadt wurden zu Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen umgestaltet. Dort lag auch unser Hotel KunstWerk B, das seinem Namen alle Ehre macht.  

Das großzügig geschnittene Zimmer war über eine Eisentreppe vom Hof oder von innen mit dem Aufzug erreichbar. Ein Wohnbereich mit Sofa führte über 2 Stufen zum Schlafbereich, beide hatten große Fenster die viel Licht einließen. Das Tageslichtbad war riesig! Bilder und Möbel haben den Loftcharakter des Zimmers noch unterstrichen. 

Nachdem wir auf unserer Neckar/Rhein/Mosel Cabriotour im März essenstechnisch schlechte Erfahrung gemacht hatten, waren Alex und ich im Vorfeld so schlau schon ein Restaurant in Trossingen auszuwählen und einen Tisch zu reservieren. Da nach der Ankunft noch Zeit bis zum Essen blieb, haben wir Trossingen genauer unter die Lupe genommen. Leider war sehr gut ersichtlich, dass die Blütezeit nun doch seit einiger Zeit vorbei ist. Es gab schöne alte Häuser und auch interessante, leerstehende Fabrikgebäude, die aber nicht in Stand gesetzt waren und somit den Eindruck des Geldmangels und des Verfalls machten. Unser Abendessen in einem Spanischen Restaurant war sehr lecker und im Anschluß haben wir noch einen Nachtspaziergang zum Verdauen gemacht.

Sonntag - Tag 2

Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen fuhren wir bei herrlichem Sonnenschein nach Rottweil zum TK Elevator Testturm. Bei der Durchfahrt von Rottweil zeigte sich, dass diese Stadt, die älteste in Baden Württemberg, auch einen Besuch wert wäre. Leider konnten wir nicht anhalten, weil bereits weitere Stops eingeplant waren.

Vor dem Testturm gab es Infotafeln zur Stadtgeschichte und im Foyer sahen wir einen Film über die Entwicklung von Aufzügen. Der TK Testturm ist mit 232m Höhe die höchste Aussichtsplattform in Deutschland. Die Fahrt hinauf dauerte 30 Sekunden. Der Liftführer meinte, zu Testzwecken könnte die Geschwindigkeit noch erhöht werden. Oben erwartete uns dann eine phantastische Weitsicht in alle Richtungen.

Als wir zum Parkplatz zurück kamen, konnten wir die Gebühren nicht bezahlen da die Nummernschilderkennung unser Kennzeichen nicht richtig erkannte, die Ausfahrt war somit auch nicht möglich! Der herbeigerufene Parkplatzwächter meinte, die Technik wäre noch nicht voll ausgereift, doch als er unsere Corvette sah, war er so begeistert, daß wir keine Parkgebühr bezahlen mussten.

Die Fahrt führte nun weiter in den Schwarzwald, in Mariazell, einem Ortsteil der Gemeinde Eschbronn konnten wir von weitem schon einen sehr mächtigen, ungewöhnlichen Turm sehen, den wir uns näher anschauen wollten. Es stellte sich heraus, dass es sich um den Kirchturm der Kirche St. Markus handelte. Die Kirche haben wir besichtigt, wo der Altarraum für Erntedank sehr schön geschmückt war.

Über Schramberg erreichten wir unser nächstes Ziel. Das gemütlichen Städtchen Alpirsbach an der Kinzig, mit seinen schönen Fachwerkhäusern war uns gleich sympathisch. Wegen meiner besonderen Vorliebe für Romanische Architektur wollte ich das ehemalige Alpirsbacher Benediktinerkloster unbedingt besichtigen. 
Die Privaträume des Abtes und die Sammlung von Alltagsgegenständen gaben einen guten Eindruck vom Leben im Kloster, die ehemaligen Wohnräume wirken jedoch sehr klein im Vergleich zum gesamten Komplex. Aufenthaltsräume der Mönche, Speisesaal, Küche oder ähnliches,  wie im Kloster Maulbronn gibt es keine mehr. 

Die Klosterkirche und der Kreuzgang waren architektonisch besonders beeindruckend!

Nebenan stand direkt das moderne Gebäude der Klosterbrauerei, dem wir jedoch keinen Besuch abgestattet  haben. Einen Blick in die Verkaufsräume konnten wir uns allerdings nicht verkneifen, in der Hoffnung ein spezielles, uns eventuell noch unbekanntes Bier zu finden. Etwas ernüchtert von der Auswahl haben wir uns in einen Biergarten gesetzt und etwas getrunken. Im Anschluss schlenderten wir über einen Flohmarkt, fotografierten die schönen gusseisernen Wirtshausschilder und liefen an der Kinzig entlang zurück zum Auto.

Nun traten wir den Heimweg an, durch den schönen Ortskern von Freudenstadt ging es an der idyllischen Nagoldtalsperre entlang nach Altensteig. Danach fuhren wir hinauf nach Neuweiler und Oberreichenbach, von dort über Weil der Stadt nach Gerlingen.

Wieder hatten wir eine Menge erlebt, sowie viele neue Eindrücke gesammelt. Die wunderbaren Orte und Landschaften gaben uns weitere Ideen für zukünftige Touren. Die Erkenntnis, dass es auch in unserer Nähe noch jede Menge unentdeckte Gebiete und Ansiedlungen zu finden gibt, macht Lust auf die nächste Fahrt und damit die Cabrio-Saison 2024.

Kommentare

Anmelden oder Registrieren zum Kommentieren.