Bei Schneefall hinab ins Tal
Während wir unseren Kaffee tranken, zog der Himmel immer weiter zu. Wir hatten zwei Drittel unserer Wegstrecke absolviert, bis hier traumhaftes Wetter und wie es sich im Winter gehört, kam nun der Schnee auch von oben. Dunkel und bedrohlich zogen die Wolken bereits auf den letzten Metern zur Hütte herauf, doch nun war der Himmel komplett verhangen und dicke Schneeflocken fielen zu Boden.
Es war toll anzusehen, insbesondere im Warmen in der Panorama-Hütte sitzend. So schön das auch anzusehen war, wir wollten weiter. Kaffee bezahlt, wieder warm eingepackt und weiter ging es. Es schneite fleißig weiter und Birgit fing bereits an zu scherzen, das wir bei Ankunft am Auto, dieses erst einmal freibuddeln müssten.
Herausfordernde Heimfahrt
In Schwarzenberg angekommen, führte uns der Weg runter zu den Schienen, die Freudenstadt mit Karlsruhe verbinden. Der letzte Abschnitt unserer Tour führte entlang der Schienen bis zurück nach Schönmünzach. Das Auto war mit etwa fünf Zentimetern Schnee bedeckt. Glücklicherweise ließ sich dieser gut entfernen und wir traten alsbald die Heimfahrt an.
Der Schneefall hielt an und die Straßen, trotz dass gestreut und geschoben wurde, waren bereits gut mit einer Schneedecke überzogen, so dass Vorsicht geboten war. Auf der Ebene war das alles gar kein Problem, doch dann ging es bei Schönegründ auf der L350 den Berg hinauf. Die Straße war so stark verschneit, dass ein vor uns fahrender Tesla Model Y immer langsamer wurde, konstant durchdrehende Räder hatte und schließlich mit Warnblinker an der Seite zum Stehen kam.
Weil wir bislang stets Gegenverkehr hatten, bot sich bislang keine Möglichkeit zum Überholen. Doch genau in dem Moment als der Tesla seinen Kampf verloren hatte bot sich eine Gelegenheit und wir konnten vorbei. Sachte und ebenfalls stets mit durchdrehenden Rädern, von links nach rechts rutschend, kämpfte sich die Giulietta den Berg hinauf. Immer wieder blieben Autos stehen und andere – uns eingeschlossen – rutschten den Berg hinauf. Es war, obwohl wir im Prinzip nur im Auto saßen, eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Nach einer Weile hatten wir genug Geschwindigkeit aufgebaut, ohne das man sagen könnte, wir wären schnell gefahren, dass ein normales Vorankommen wieder möglich war. Die Reifen hatten halbwegs Haftung und drehten nicht mehr durch, so dass wir ab jetzt in gesitteter Form weiterfahren konnten.
Die gesamte Fahrt dauerte schließlich knappe drei Stunden. Wirklich lange für die Entfernung. Wichtiger als schnell im Graben zu landen war indes, heil daheim anzukommen.
Ein erlebnisreicher Tag in wunderschöner Landschaft, bei traumhaftem Wetter und mit einem wirklich nervaufreibenden Abschluss ging zuende und wir freuten uns, dass unsere Tochter für uns alle zum Abend eine köstliche Kartoffelsuppe kochte.
Die nächste Winterwanderung kommt gewiss und wir freuen uns schon jetzt darauf.
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