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Winterwandern im Schwarzwald

veröffentlicht am So., 04.01.2026
geschrieben von Alexander Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2026
03.
Jan.
Am 03. Jan. 2026

Direkt zum Start in das Jahr 2026 dachten wir uns, bei all dem angesagten Schnee müssen wir direkt eine Wanderung im Schwarzwald unternehmen. Gesagt, getan – am 3. Januar 2026 fuhren wir nach Schönmünzach bei Baiersbronn zum Wandern.

Wandern macht im Sommer wirklich viel Spaß. Doch nicht nur bei warmen Temperaturen gibt es viel zu sehen und zu erleben. Auch im Winter bei Minusgraden erfreuen wir uns an der Schönheit der Natur und genießen die Sonne.

Nachdem über die Weihnachtstage die Temperaturen stetig gefallen sind und kurz nach dem Jahreswechsel der erste Schnee auch vor unserer Haustür lag, beschlossen wir, am Wochenende eine Wanderung im Schwarzwald zu unternehmen, sofern es dort richtig Schnee hat.

Bevor es losging warf ich einen Blick in Komoot und holte mir ein paar Inspirationen zu möglichen Wanderungen und den Optionen zu sehen, ob es schneit und wieviel Schnee liegt. Eine Tour in der Nähe von Baiersbronn gefiel uns sehr gut, so dass ich diese nach unserem Geschmack abänderte und anschließend für die nächsten Tage den Wetterbericht beobachtete.

Für Freitag und Samstag war Schneefall in Baiersbronn und Umgebung angesagt. Genau das, was wir uns wünschten. Somit war die Entscheidung endgültig und am Samstag Morgen wurden wir darin bestätigt den richtigen Tag für unsere Wanderung gewählt zu haben, denn es sollten rund 10 Zentimeter natürlichen Schnee geben.

Auf nach Schönmünzach

Rucksäcke gepackt (Verpflegung, Snacks, Tee, Wasser, Stühle, Sitzkissen, zusätzliche Jacke, Wanderstöcke), eine Kleinigkeit gefrühstückt und los ging es. Die Anfahrt bis nach Schönmünzach beträgt rund 75 Kilometer. Die Fahrt verlief absolut reibungslos und desto weiter wir in den Schwarzwald vordrangen, um so mehr Schnee lag neben der Straße und auf den Bäumen. Die Sonne schien und es verhieß ein wunderschöner Tag zu werden.

Im Winter muss bei entsprechender Witterung ein wenig mehr Zeit eingeplant werden und somit kamen wir um zirka 10:45 Uhr bei -5° Celsius am Parkplatz an.

Da ich zum Autofahren nicht die Winterwanderschuhe trage, wechselte ich noch kurz das Schuhwerk, wir verschlossen die Jacken Wind- und Wetterfest und schützten den Kopf mit einer warmen Mütze. Anschließend ging es los. Die Routennavigation wurde gestartet und die ersten Bilder geschossen. Es war wunderschön.

Wilde Natur mit traumhaftem Sonnenschein

Wir überquerten die Murg, der Fluss an dem Schönmünzach liegt und legten die ersten eineinhalb Kilometer auf freigeräumten Wegen zurück. Auf der Brücke die den Rendelbach überquert passierten wir die ehemalige Landesgrenze zwischen Baden und Württemberg. Ab hier begann der anspruchsvollere Teil unserer Wanderung. Ein unbefestigter und absolut nicht geräumter Weg mit kräftiger Steigung sorgte für ordentlich Anstrengung. Doch das alles störte zunächst nicht, denn uns war warm, die Sonne blinzelte durch die Baumwipfel, der Pulverschnee war herrlich locker und knirschte unter jedem Schritt.

Der von uns gewählte Weg war an diesem Tag von niemandem, abgesehen von ein paar Tierspuren (Hasen, Rehe, Füchse), betreten worden. Der zwischen 10 und 15 Zentimeter hohe Schnee erschwerte den Anstieg, doch es machte Spaß. Wir liefen also weiter durch den Wald und trafen erst nach rund zweieinhalb Kilometern auf erste Anzeichen anderer Wanderer. Wenig später begegneten wir sogar anderen Leuten und alle hatten gute Laune. Jeder genoss den wundervollen Tag.

Alpiner Weg zum Verlobungsfelsen

Weil jedoch auch der befestigte Weg mit viel lockerem Schnee bedeckt war, der Anstieg konstant und die Anstrengung damit auch nicht ganz unerheblich war, kam Birgit ganz schön ins Schwitzen. Nach rund drei Kilometern kamen wir schließlich an den Abzweig, der einen Abstecher zum sogenannten Verlobungsfelsen mit einer tollen Aussicht über das Murgtal ermöglichen sollte. Hier war der Weg steinig und felsig, teilweise glatt und natürlich auch mit reichlich Schnee überzogen.

Das gefiel Birgit gar nicht, also kehrte sie nach etwa 200 Metern um und warte an der Abzweigung auf mich, denn ich wollte unbedingt bis zum Verlobungsfelsen. Auch hier trafen wir lediglich zwei weitere Wanderer und waren somit in absoluter Stille unterwegs. Am Aussichtspunkt mit dem sagenumwobenen Verlobungsfelsen angekommen, wurde ich mit einer tollen Aussicht belohnt.

Wetter & Wandern

Aktuelle Wetterinformationen zu den Ski– und Wandergebieten im Schwarzwald können bequem über die Webseite der Schwarzwald Tourismus GmbH abgerufen werden:

Für die Planung von Wanderungen nutzen wir seit vielen Jahren die App Komoot. Trotz zahlreicher Änderungen am Preismodell – inzwischen gibt es ein Abomodell – ist die App weiterhin komplett kostenlos nutzbar und bietet dennoch die Möglichkeit, die Wanderroute offline zu speichern. So kann auch ohne offline Karten kaufen zu müssen, bei vorhandenem W-LAN die Karte auf dem Smartphone gespeichert werden und man ist unterwegs unabhängig vom mobilen Internet.

Zudem können Inspirationen durch öffentliche Routen anderer Abenteurer geholt werden und auch an diesen geplanten Touren jederzeit individuell Anpassungen vorgenommen werden, so dass die Strecke auch wirklich den eigenen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.

Mittagspause

An der Abzweigung zurück, wo Birgit auf mich gewartet hat, machten wir nun eine Mittagspause. Am Vorabend hatte Birgit Zwiebelkuchenmuffins gebacken. Zum ersten Mal und sie waren super. Überhaupt nicht trocken, würzig, schmackhaft und genau das richtige Format um auf einer Wanderung in eine Dose zu passen und als Fingerfood gegessen zu werden.

Einkehr bei Sackmanns Panorama-Hütte

Frisch gestärkt ging es ab jetzt fast ausschließlich auf guten Wanderwegen weiter. Unser nächstes Ziel war die Panorama-Hütte. Oberhalb des kleinen Örtchens Schwarzenberg gelegen, hat man von hier wirklich einen fantastischen Blick ins Tal. Eine wunderbare Terrasse lädt dazu ein, Pause zu machen, die Aussicht zu genießen und die gute Luft zu nutzen, um neue Energie zu tanken.

Da wir unser Mittag bereits hatten, tranken wir lediglich einen Kaffee. Filterkaffee, wie man ihn heutzutage nur noch selten bekommt. Mag komisch klingen, doch das war eine willkommene Abwechslung. Die Hütte ist total urig eingerichtet und war recht gut besucht sowie total international. An einem Nachbartisch saß eine französisch sprechende Familie, an einem anderen Amerikaner – gut an der englischen Aussprache zu erkennen gewesen.

Bei Schneefall hinab ins Tal

Während wir unseren Kaffee tranken, zog der Himmel immer weiter zu. Wir hatten zwei Drittel unserer Wegstrecke absolviert, bis hier traumhaftes Wetter und wie es sich im Winter gehört, kam nun der Schnee auch von oben. Dunkel und bedrohlich zogen die Wolken bereits auf den letzten Metern zur Hütte herauf, doch nun war der Himmel komplett verhangen und dicke Schneeflocken fielen zu Boden.

Es war toll anzusehen, insbesondere im Warmen in der Panorama-Hütte sitzend. So schön das auch anzusehen war, wir wollten weiter. Kaffee bezahlt, wieder warm eingepackt und weiter ging es. Es schneite fleißig weiter und Birgit fing bereits an zu scherzen, das wir bei Ankunft am Auto, dieses erst einmal freibuddeln müssten.

Herausfordernde Heimfahrt

In Schwarzenberg angekommen, führte uns der Weg runter zu den Schienen, die Freudenstadt mit Karlsruhe verbinden. Der letzte Abschnitt unserer Tour führte entlang der Schienen bis zurück nach Schönmünzach. Das Auto war mit etwa fünf Zentimetern Schnee bedeckt. Glücklicherweise ließ sich dieser gut entfernen und wir traten alsbald die Heimfahrt an.

Der Schneefall hielt an und die Straßen, trotz dass gestreut und geschoben wurde, waren bereits gut mit einer Schneedecke überzogen, so dass Vorsicht geboten war. Auf der Ebene war das alles gar kein Problem, doch dann ging es bei Schönegründ auf der L350 den Berg hinauf. Die Straße war so stark verschneit, dass ein vor uns fahrender Tesla Model Y immer langsamer wurde, konstant durchdrehende Räder hatte und schließlich mit Warnblinker an der Seite zum Stehen kam.

Weil wir bislang stets Gegenverkehr hatten, bot sich bislang keine Möglichkeit zum Überholen. Doch genau in dem Moment als der Tesla seinen Kampf verloren hatte bot sich eine Gelegenheit und wir konnten vorbei. Sachte und ebenfalls stets mit durchdrehenden Rädern, von links nach rechts rutschend, kämpfte sich die Giulietta den Berg hinauf. Immer wieder blieben Autos stehen und andere – uns eingeschlossen – rutschten den Berg hinauf. Es war, obwohl wir im Prinzip nur im Auto saßen, eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Nach einer Weile hatten wir genug Geschwindigkeit aufgebaut, ohne das man sagen könnte, wir wären schnell gefahren, dass ein normales Vorankommen wieder möglich war. Die Reifen hatten halbwegs Haftung und drehten nicht mehr durch, so dass wir ab jetzt in gesitteter Form weiterfahren konnten.

Die gesamte Fahrt dauerte schließlich knappe drei Stunden. Wirklich lange für die Entfernung. Wichtiger als schnell im Graben zu landen war indes, heil daheim anzukommen.

Ein erlebnisreicher Tag in wunderschöner Landschaft, bei traumhaftem Wetter und mit einem wirklich nervaufreibenden Abschluss ging zuende und wir freuten uns, dass unsere Tochter für uns alle zum Abend eine köstliche Kartoffelsuppe kochte.

Die nächste Winterwanderung kommt gewiss und wir freuen uns schon jetzt darauf.

Die Wanderung zum Nachlaufen

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