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Einbau Borgeson Servolenkung – mehr Spaß, mehr Komfort

veröffentlicht am So., 19.10.2025
geschrieben von Alexander Weißgerber
Inhaltsverzeichnis
2025
12.
Mär.
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Vom 12. Mär. 2025 bis 14. Mär. 2025

Das Jahr neigt sich dem Ende, die Oldtimersaison ist vorbei, doch bevor sie überhaupt erst richtig losging bekam die Corvette eine Modifikation spendiert, über die ich an dieser Stelle ein paar Worte verlieren möchte.

Die Corvette wurde früher mit und auch ohne Servolenkung ausgeliefert. Unsere 1968er C3 kam ohne Servo. Lenken geht problemlos, doch komfortabler ist eine Servo-Lenkunterstützung ohne Frage. Über die letzten drei Jahre kristallisierte sich immer mehr der Wunsch nach einer Servolenkung heraus und ich entschied mich schließlich Ende 2024 für die Borgeson Variante.

Von der Überlegung zur Entscheidung

Bevor ich den Schritt jedoch wagte, die Corvette zu modifizieren, habe ich eine ganze Weile überlegt. Die Vorteile und Nachteile mussten gegeneinander aufgewogen und einige Fragen beantwortet werden. 

  • Hat dieser Umbau zu gravierende Auswirkungen auf das Auto?
  • Wird damit das Fahrgefühl in einer Weise verändert, dass es sich nicht mehr wie ein Oldtimer anfühlt?
  • Was wird der Umbau kosten?
  • Wie sehr lege ich Wert auf absolute Originalität?

Obwohl ein Teil dieser Fragen vorab gar nicht beantwortet werden konnte entschied ich mich Ende 2024 dazu, den Umbau vornehmen zu lassen.

Ich bestellte also am 13.12.2024 bei Bernd Janssen (Webseite) alle notwendigen Teile, wartete die Lieferung ab und sprach im Anschluss mit meiner Werkstatt, die den Einbau vornehmen sollte.

Borgeson Servolenkung für Corvette C3: Teile und Tipps

  • Performance Steering Box Conversion Kit - Small Block
  • Steering Box Brace Kit For Borgesen 0 Series Gear
  • Belt. Power Steering - Replacement
  • Crankshaft Pulley. Power Steering Add On GM# 3751232

Die offizielle Borgeson Webseite listet die Teile wie folgt auf:

Die Preise auf der Borgeson Seite dürfen selbstverständlich nicht einfach nur mit dem aktuellen Umrechnungsfaktor betrachtet werden, vielmehr kommt noch Versand, Verzollung, Steuern etc. dazu, was den Preis noch spürbar steigen lässt. Dennoch empfehle ich jederzeit den Kauf über Bernd, da er wirklich faire Preise macht, super Service inklusive hervorragender telefonischer Beratung bietet und sich um alles kümmert. Es ist also ein "rundum sorglos Paket", wenn Teile über ihn bestellt werden.

Zudem ist erkennbar, dass auch noch ein paar Teile zusätzlich bestellt wurden, die manchmal in den Paketen aus USA fehlen bzw. einfach nicht für den Einbau von vielen Händlern als notwendig betitelt werden, so dass auch hier wieder die Hinweise von Bernd sehr hilfreich waren, um nicht am Ende mit einer unvollständigen Lieferung zur Werkstatt zu fahren.

Der Einbau

Am 12. März war es endlich soweit. Die Corvette trat ihre letzte Fahrt ohne Servolenkung an und ich brachte sie nach Jettingen zu RENZ US Cars. Hier lasse ich seit jeher alle Arbeiten an der Corvette durchführen und nach einer Rücksprache mit Nikolas Keber, dem Inhaber der Werkstatt, hatte ich auch ein gutes Gefühl bei dieser Sache.

Der Karton mit allen bereits gekauften Teilen wurde in den Kofferraum verstaut und los ging es. In der Werkstatt angekommen, sprachen wir noch einmal alles durch. Das Lenkrad sollte in seiner Tiefe bleiben wir gehabt, also weder weiter zum Fahrer, noch näher ans Armaturenbrett rücken. Der Einbau des Brace Kit, also der zusätzlichen Versteifung, sollte optional bleiben.

Alle originalen Komponenten der Lenkung wollte ich gern wieder nach dem Umbau mit heim nehmen. Sollte ich irgendwann mal den Wunsch nach einer Rückrüstung verspüren, könnte das auf Basis der Originalteile erfolgen.

Vorsorglich hatten wir mindestens zwei Tage Werkstattaufenthalt für das Auto eingeplant. Es ist unmöglich vorab zu wissen, ob unerwartete Probleme auftreten, so dass weder die eigenen Erwartungen enttäuscht werden können, als auch die Werkstatt unnötig unter Druck gesetzt wird. Zum Glück verlief alles problemlos. Der Einbau wurde ohne Komplikationen durchgeführt und am Freitag konnte ich das Auto auch schon wieder abholen.

Die Entscheidung, den Einbau von einer Fachwerkstatt durchführen zu lassen, hatte ich zusammen mit meinem Freund Sven getroffen. Klar, das ganze lässt sich auch in einer gut ausgestatteten Garage bewerkstelligen, doch weder haben wir die Möglichkeiten, den Lenkkreislauf vernünftig zu entlüften, noch wäre es für uns ohne weitere denkbar, die notwendigen Anpassungen beispielsweise am Krümmer vorzunehmen. Hier war ein wenig Nacharbeit nötig, denn durch die Fächerkrümmer für die Sidepipes ist der Platz im Motorraum reichlich knapp.

Wie es mit der neuen Borgeson Servolenkung unter der Motorhaube ausschaut zeigen ein paar Bilder im Anschluss.

Die erste Fahrt mit Servolenkung

Wow, einfach nur wow!

Ich bekam also am Freitag einen Anruf von der Werkstatt, das Auto sei abholbereit. Ab in die Bahn, dann den Bus und zack stand ich am Tresen in der Werkstatt. Noch die Rechnung beglichen, ein paar Worte rund um den Einbau gewechselt und los ging es, Richtung Heimat. Schon beim Ausparken vom Hof stellte sich ein AHA-Erlebnis ein. Sehr schnell war ich überzeugt, dass die Investition sich absolut gelohnt hat. Wenige Meter gefahren und es fühlte sich genial an. Sehr direkt, einfach zu kontrollieren, leichtgängig, so wie eine Servolenkung sein sollte.

Zur Werkstatt bin ich zusammen mit Birgit gefahren, so dass wir den Heimweg gemeinsam mit zwei Autos antraten. Birgit fuhr die Giulietta, ich die Corvette. Weil ich die Überlandstrecke besser kenne als Birgit übernahm ich die Führung. Hinterher durfte ich mir anhören, wie wild gefahren zu sein, dabei war das gar nicht so, ehrlich!

Es war unglaublich, die Corvette verwandelte sich von einem coolen aber alten Sportwagen zu einem alten, dafür jedoch kontrolliert steuerbaren Oldtimer der einfacher zu fahren ist, insbesondere beim Rangieren und doch noch das Gefühl vermittelt, in einem Auto einer komplett anderen Generation unterwegs zu sein. Mit einer bislang ungekannten Präzision ist es jetzt möglich, Kurven anzusteuern, das es eine wahre Freude ist.

Natürlich wurde damit aus dem 57 Jahre alten Auto kein Neuwagen und das ist auch gut so. Einen Vergleich mit einem modernen Auto würde sie selbstverständlich sofort verlieren, doch für das Alter fährt sie sich jetzt unglaublich präzise und macht noch viel mehr Spaß als zuvor. Der Einbau war die absolut richtige Entscheidung, die investierten Kosten sofort vergessen und der Spaß noch größer als zuvor.

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